Sommerzeit ist Lesezeit. Von der Kindheit, die die Lotta-Bücher verschlang, über die Jugend mit JRR Tolkien und Kriminalromanen bis hin zu einer gemischteren Ernährung im Erwachsenenalter. Eine Leseerinnerung, die mir in Erinnerung geblieben ist, ist ein sonniger Felsvorsprung mit eisiger Spannung von Alistair MacLean in »Polar Station Zebra Does Not Answer«.
Ein Autor, der mir viel bedeutet hat, ist Oliver Sacks. Sein tiefer Humanismus, kombiniert mit messerscharfer Analyse der Funktionsweise des Gehirns, gibt mir die Grundlage, Körper und Seele zu einem Ganzen zu verbinden. Ich habe Sacks einmal getroffen, als ich Medizinstudent war. Er kam in Begleitung eines Freundes nach Schweden, der wegen einer Epilepsieoperation untersucht werden sollte. Er nutzte die Gelegenheit, um meinen Vater, Lars Erik Böttiger, zu besuchen, der gerade ein Buch über Ärzte als Schriftsteller schrieb. Sacks war ein schüchterner Mensch und ich auch, daher gab es leider kein tiefgründiges Gespräch.
Ein weiterer Lesetipp aus der Schar der Medical Writer ist »Notizen eines jungen Arztes« von Michail Bulgakov, geboren 1891 in Kiew. Ich denke, dass sich alle jungen Kollegen heute mit Bulgakovs Herausforderungen und Lehren als neuer Arzt im Land hundert identifizieren können Jahre zuvor.
Auch Heft 32-33/2022 der Läkartidningen enthält spannende Lektüre, nicht zuletzt zur Epilepsiechirurgie. In seinem medizinischen Kommentar betont Johan Zelano den psychologischen Effekt, dass das Gesundheitswesen Zugang zu fortschrittlichen Methoden hat und dass die Forschung, selbst in einem engen Bereich, vielen Patienten zugute kommen kann. Ich stimme zu und denke, Sacks und Bulgakov hätten dasselbe getan.
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