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Energie droht unbezahlbar zu werden, wer zahlt die Zeche?



Die Energiekrise nimmt zu und die Energierechnungen steigen. Die Zeit, in der wir fröhlich nach dem billigsten Gas und Licht einkaufen gingen, liegt gerade hinter uns.

Sie bezahlen jetzt den Hauptpreis für einen neuen Energievertrag. Wer ab dem 1. Juli einen Energievertrag für einen durchschnittlichen Verbrauch von 1200 m3 Gas und 2400 KWh Strom abschließt, hat jetzt monatlich 360 Euro verloren. Vor einem Jahr waren das noch 120 Euro.

Dies macht den niederländischen Verbraucher viel teurer als andere Europäer. Nirgendwo sind die Energiepreise so hoch wie hier, so der European Household Energy Price Index der Energieberatung VaasaETT und Berechnungen von Energie Compare. Derzeit zeichnet sich nicht ab, dass die Energiepreise in absehbarer Zeit wieder sinken werden.

Spitzengaspreis

Der Bare-Gas-Preis auf dem internationalen Gasmarkt ist die wichtigste Preisdeterminante. Im Juni und Juli lagen die Gaspreise in der Spitze bei über 200 Euro pro MWh und damit doppelt so hoch wie im Mai.

Der Preis für Gas und Strom in einem Land wird dann von einer ganzen Reihe von Faktoren bestimmt, die sich von Land zu Land unterscheiden.

Energierechnung in Europa für einen durchschnittlichen Haushalt (1200 m3 Gas und 2400 KWh Strom)

Durchschnittlicher EnergieverbrauchGasElektrizitätJährlicher BetragMonatliche Menge
Die Niederlande329510054300358
Belgien15959652560213
Frankreich13216051926160
Vereinigtes Königreich215315133666305

„Unseren hohen Gaspreis verdanken wir zu einem großen Teil den hohen Steuern“, sagt Koen Kuijper von Energie Compare.nl. „Mehr als 37 Prozent unserer Gasrechnung bestehen aus staatlichen Abgaben, nämlich Energiesteuer und Mehrwertsteuer. Nirgendwo sonst in Europa ist dieser Anteil so groß.“

In einer Reihe europäischer Länder hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Preise niedrig zu halten. In Frankreich wendet die Regierung eine Preisobergrenze für Gas- und Strompreise an. In Portugal hat die Regierung die Steuern auf Gas gesenkt. Auch in Italien und Österreich wurden die Stromsteuern gesenkt. Auch in Griechenland und Spanien wurde die Stromsteuer gesenkt.

In den Niederlanden wurde die Mehrwertsteuer auf Energie zum 1. Juli vorübergehend von 21 auf 9 Prozent gesenkt. Bei einem durchschnittlichen Haushalt spart das zu aktuellen Preisen etwa 35 Euro pro Monat. Zuvor wurde die Energiesteuer gesenkt und Geringverdienern ein Freibetrag versprochen.

Doch der Druck auf die Regierung, mehr zu tun, wächst. Der Vorsitzende des FNV, Tuur Elzinga, plädierte beispielsweise am Dienstag für die Festlegung einer Preisobergrenze: eines Höchstpreises für Energie. Es ist eine Maßnahme, die in Frankreich zu den notwendigen Komplikationen geführt hat.

Der größte französische Stromkonzern EDF ist wegen der Preisobergrenze in finanziellen Schwierigkeiten. Der französische Staat will EDF deshalb komplett verstaatlichen, Frankreich besitzt bereits 84 Prozent des Energieriesen. EDF ist Betreiber von Dutzenden von Kernkraftwerken, einer wichtigen Säule des französischen Energiemarktes.

Energieunternehmen in den Niederlanden halten eine Preisobergrenze überhaupt nicht für eine gute Idee. Essent-Spitzenfrau Resi Becker: „Unser Einkaufspreis für Gas ist derzeit sehr hoch. Wenn wir es für weniger Geld an Haushalte verkaufen, führt das zu Instabilitäten. Das birgt Risiken für Parteien, die die Energieversorgung sicherstellen müssen.“

Essent ist der Ansicht, dass drei Dinge getan werden sollten: eine niedrigere Energiesteuer, Subventionen für die Isolierung von Häusern und die Vereinfachung langfristiger Verträge. Becker: „Kunden können leicht den Lieferanten wechseln, was es schwierig macht, längere Verträge anzubieten. Gerade bei langfristigen Verträgen können wir den Preis niedriger halten.“

„Fördereinnahmen abhängig machen“

Eneco plädiert für die Einführung einer einkommensabhängigen Energiesubvention im Jahr 2023 mit einem zusätzlichen Steuerabschlag auf die Energierechnung. Laut Eneco wird diese Maßnahme den Haushalten helfen, die sie am dringendsten benötigen: den niedrigen und mittleren Einkommen. Es ist zudem einfach umzusetzen und hält Anreize zum Energiesparen aufrecht.

Die Arbeitgeberverbände VNO-NCW und MKB-Nederland halten es für sinnvoll, wenn wie in anderen europäischen Ländern ein Maßnahmenpaket mit allen Beteiligten geschnürt wird: „Wichtig ist, dass wir keine Maßnahme ausschließen vorrücken und alle Optionen erkunden.”

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